Der Werwolf von Tarker Mills

Originaltitel: Silver Bullet
Alternativtitel: Werwolf von Tarker Mills
Cycle of the Werewolf
Stephen King's Silver Bullet
Stephen Kings Werwolf von Tarker Mills
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr:  1985
Regie: Daniel Attias

Darsteller

Figur

Gary Busey  Uncle Red
Everett McGill  Reverend Lowe
Corey Haim  Marty Coslaw
Megan Follows  Jane Coslaw
Robin Groves  Nan Coslaw
Leon Russom  Bob Coslaw
Terry O'Quinn  Sheriff Joe Haller
Bill Smitrovich  Andy Fairton
Joe Wright  Brady Kincaid
  
Subgenre: Werwölfe
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Inhalt

In einer amerikanischen Kleinstadt geht ein brutaler Mörder um. Als das Morden nicht aufhört, ihm sogar ein Kind zum Opfer fällt und auch der örtliche Sheriff bei der Suche nach dem Täter nicht weiterkommt, wollen die aufgebrachten Bürger die Sache selbst in die Hand nehmen. Die selbsternannte Bürgerwehr stellt sich dabei aber so ungeschickt an, daß nur noch weitere Tote zu beklagen sind. Die Stadt versinkt in Angst.
Nur der elfjährige, an den Rollstuhl gefesselte Marty vermutet, daß hinter all dem gar kein menschlicher Mörder, sondern ein Werwolf stecken muß. Aber natürlich glaubt ihm niemand. Dann hat Marty des nachts eine Begegnung mit dem Werwolf, die er nur knapp überlebt. Es gelingt ihm aber, dem Monster mit einem Feuerwerkskörper ins Auge zu schießen. Und am nächsten Tag bemerkt er, daß einer der angesehensten Einwohner von Tarkers Mills plötzlich eine Augenklappe trägt.
Nun kennt Marty die wahre Identität des Wolfsmenschen - und gerät dadurch erst recht in höchste Gefahr...

Kommentar

Für diese Dino-de-Laurentiis-Produktion hat Stephen King persönlich das Drehbuch verfaßt, nach seinem eigenen Kurzroman "Das Jahr des Werwolfs". Den legendenhaften Ton der Vorlage trifft die Verfilmung allerdings kaum. Außerdem wird die Identität des Werwolfs im Buch um einiges später enthüllt, was vielleicht auch für den Film die bessere Entscheidung gewesen wäre.
"Der Werwolf von Tarker Mills" (so der deutsche Titel, im Film selber, auf diversen Aufschriften, heißt der Ort übrigens "Tarkers Mills") war das Debut von Regisseur Daniel Attias, danach hat er fast nur noch Episoden diverser TV-Serien inszeniert. Und eigentlich hätte er viel lieber einen Kinderfilm als einen Horrorfilm gedreht, und leider sieht man das dem fertigen Produkt auch an. Selbst wenn "Der Werwolf von Tarker Mills" einige halbwegs gelungene Schockmomente enthält, so nehmen die familientauglichen Heile-Welt-Szenen doch einen viel zu großen Raum ein. Schauspielerisch schlagen sich Gary Busey (der angeblich einen Großteil seines Dialogs improvisiert hat) und Kinderstar Corey Haim allerdings recht wacker; letzterer war ja dann, zwei Jahre nach dieser Begegnung mit einem Werwolf, in The Lost Boys mit Vampiren konfrontiert.
Vieles ist unglaubhaft, die aufgebrachte Bürgerwehr, die völlig planlos irgendwo im Wald herumstolpert, um ausgerechnet dort den Werwolf aufzuspüren (der natürlich zufällig auch ausgerechnet dort auf der Lauer liegt), der gelähmte Junge im Rollstuhl, der problemlos (und schneller als ein wütender Werwolf) auf Leitern und Bäume klettern kann, oder der Turborollstuhl, mit dem ein behindertes Kind ohne Führerschein mit Highspeed über den Highway brettern darf - das ist nicht nur übertrieben, sondern atmet irgendwie auch den biederen Geist der Achtziger (den man natürlich auch mögen kann)...
Dieser gelähmte Junge ist, ganz political correctness, so tough und selbstständig, daß niemand zu ihm "Krüppel" sagen darf - ein kleiner Superheld auf Rädern, um den man halt leider auch nie wirklich Angst bekommt. Monster vs. Rollstuhlfahrer, das hätte spannend sein können, das Gefühl der Bedrohung potenzieren können, aber nur, wenn man den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit gefolgt wäre. So läßt einen das Ganze im Endeffekt eher kalt.
Der Werwolf selbst (gestaltet von Carlo Rambaldi - King Kong) ist eher kuschelig als gruselig, auch in seinen Bewegungen teilweise zu menschlich (wenn er etwa sein Opfer mit einem Baseballschläger niederprügelt!), die Verwandlungsszenen, besonders die Rückverwandlung am Ende, sind allerdings durchaus brauchbar, auch nach heutigen Maßstäben.
Die gelungenste Szene ist der Alptraum des Reverend, wenn sich in der Kirche die ganze Gemeinde in Werwölfe verwandelt. (Selbst wenn die Sequenz wie ein Remake einer ähnlichen Szene aus Neil Jordans ein Jahr zuvor entstandenem Die Zeit der Wölfe wirkt.)
Trotz persönlicher Mitwirkung von Stephen King war der Film für de Laurentiis ein finanzieller Flop, und das wundert auch nicht. Es gibt schlechtere Werwolffilme - dieser hier ist schon recht gut gemacht, aber es fehlt leider an Spannung, an Logik, an Atmosphäre. Ein bißchen zu sehr vom Reißbrett, zu seelenlos, um wirklich mitreißen zu können.

Filmreview von: Seward

Trailer zum Film

Deutsche Veröffentlichung

Der Film ist bei Koch Media auf DVD und Blu-ray erschienen.

Filmbewertung

Unser Gesamteindruck:
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Weitere Kommentare zum Film

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Berti, 09.08.17
Also ich persönlich liebe diesen Film. All das was Seward kritisiert, gefällt mir. Als großer Fan von Corey Haim (hier besonders niedlich) fand ich ihn z.B. in seinem Turborollstuhl super cool und großartig in seiner Schauspiel-Leistung. Auch Gary Busey seh ich sehr gern. Die Stephen King Verfilmungen sowieso. Sicher ist so manches wirklich total unlogisch, aber wie viele Filme sind das nicht?! Hier darf man generell nicht zu viel darüber nachdenken denn mal ehrlich: ist ein Werwolf logisch? Den fand ich übrigens auch extrem gut und die Überraschung wer er in Wirklichkeit dann ist, kommt auch spannend rüber. Mir hat der Film sehr gut gefallen, auch weil mich die paar Längen nicht gestört haben und ich gerne Filme aus den 80igern sehe. Ich find ihn charmant und liebevoll umgesetzt.
 
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