Red Machine - Hunt or Be Hunted

Originaltitel: Red Machine - Hunt or Be Hunted
Alternativtitel: Into the Grizzly Maze
Endangered
Last Frontier
Red Machine
Herstellungsland: Kanada, USA
Erscheinungsjahr:  2014
Regie: David Hackl
Achtung, demnächst im TV:

Mittwoch, 18. Oktober 2017
Sky Action , 14:45 Uhr bis 16:20 Uhr

Darsteller

Figur

James Marsden  Rowan
Thomas Jane  Beckett
Piper Perabo  Michelle
Scott Glenn  Sully
Michaela McManus  Kaley
Billy Bob Thornton  Douglass
Adam Beach  Johnny Cadillac
Kelly Curran  Amber
Reese Alexander  Gerry Smith
  
Subgenre: Bären
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Inhalt

Nachdem zwei Holzfäller offenbar von einem Bären zerfleischt wurden, schickt Sheriff 'Sully' Sullivan seinen Kollegen Beckett in den Wald, um das Tier zu erlegen. Beckett, dessen Frau Michelle gerade in der Wildnis unterwegs ist, um Naturfotos zu schießen und Fallen auszulegen, um Tiere mit Markierungen zu versehen, hofft, dass die Attacke nur ein Einzelfall war und der Bär nicht getötet werden muss. Zudem taucht unerwartet sein jüngerer Bruder Rowan wieder in der Stadt auf, der nach einem missglückten Raubüberfall ein paar Jahre im Gefängnis gesessen hatte. Die Frau von Rowans Kumpel Johnny, einem Kleinganoven, hatte ihn um Hilfe gebeten, als dieser aus dem Grizzly Maze, einem unzugänglichen, bei Wilderen beliebten Waldstück nicht zurückgekehrt war.
In der Zwischenzeit kommt es zu einem weiteren tödlichen Angriff und Sully heuert den zwielichtigen Jäger Douglass an, der vor Jahren beinahe einem Bären zum Opfer gefallen war und seitdem einen Hass auf die Tiere hat.

Kommentar

Obwohl in den letzten 10 - 15 Jahren im Tierhorrorbereich überwiegend auf billig hingeschluderte Direct-to-DVD Ware und schablonenhafte TV-Filme mit CGI-Viechern, häufig zu riesenhafter Größe aufgeplustert (Boa vs. Python - Duell der Killerschlangen) und / oder zu grotesken Krypto-Mutanten zusammengewürfelt (Piranhaconda), gesetzt wurde, findet der geduldige Konsument doch gelegentlich höherwertige Produktionen, die auch einen gewissen Qualitätsanspruch haben. In diese Kategorie fällt der vorliegende Film.

Ganz traditionell haben wir einen die Natur schlägt zurück-Plot mit etwas Gesellschaftskritik, da der Bär scheinbar Rache für die Beschneidung seines Lebensraumes durch die Abholzung des Waldes und die Dezimierung seiner Artgenossen durch die Wilderer nimmt. Auch der Einsatz eines echten Bären und der weitestgehende Verzicht auf ausgedehnte CGI-Effekte gibt dem Streifen einen klassischen Touch. Gegen Ende musste etwas mit dem Computer getrickst werden (was leider deutlich ins Auge springt), da einige Szenen für den Bären oder die menschlichen Akteure zu gefährlich gewesen wären. Das Tier bekommt übrigens auch seinen Credit in Vor- und Abspann: Bart the Bear, nicht zu verwechseln mit seinem gleichnamigen Artgenossen aus Der Bär & Auf Messers Schneide - Rivalen am Abgrund, aber von demselben Trainer aufgezogen und dressiert.
Für die Hauptrollen hat man ein paar bewährte Darsteller vor der Kamera versammelt: James Marsden (X-Men) & Thomas Jane (Deep Blue Sea) als ungleiche Brüder, Billy Bob Thornton (Armageddon) als fanatischer Jäger, Scott Glenn (Das Schweigen der Lämmer) als Sheriff und Piper Perabo (The Cave) als taubstumme Naturschützerin spielen allesamt überzeugend. Auch Neuling Michaela McManus als Marsdens Love-Interest, die bisher hauptsächlich in Gast- & Nebenrollen in TV-Serien zu sehen war (u.a. Castle - Staffel 2) macht einen guten Job.
Es gibt einige harte und blutige Effekte, die aber nicht zu breit ausgewalzt werden.
Handwerklich gibt es also nicht viel zu meckern; Regisseur David Hackl, der für sein Debüt Saw V nur wenig Lob einstecken konnte, ist um Tempo und Spannung bemüht, zumindest Ersteres gelingt meistens. Damit kommen wir dann zu den Schwachpunkten. Da ist zunächst der Plot, der zwar (wie oben bereits lobend erwähnt) auf Science-Fiction-Elemente verzichtet, jedoch sämtliche Klischees aus der Tierhorror-Mottenkiste bemüht. Da haben wir die Ignoranten, die aus finanziellen Interessen das Problem herunterspielen wollen ebenso wie den älteren, etwas verbohrten Jagdexperten, den loyalen Gesetzeshüter, den leicht unbesonnenen Jungspund und den korrupten Vorgesetzten, die sich allesamt recht schablonenhaft verhalten. Der Aufbau ist Routine: anfangs gibt es mehrere Attacken kurz hintereinander, später, nachdem die Verfolger zu Gejagten werden, da das Tier seinen Heimvorteil zu nutzen weiß, werden die Abstände größer, um in einem blutigen Finale zu Gipfeln. Auch das Wiedererscheinen eines totgeglaubten Charakters kommt nicht überraschend, geschweige denn glaubwürdig.
Noch schlimmer ist allerdings das (zum Teil geradezu sträflich dumme) Verhalten der Protagonisten. Die entfremdeten Brüder pflegen einen unausgesprochenen Konflikt, jederzeit bereit zu unterschwelligen Vorwürfen und trotzigem Schweigen, statt einfach Klartext zu reden. Immer wieder verfehlen Schüsse den Bären, obwohl mehrfach seine gewaltige Größe erwähnt wird (zur Erinnerung: wir haben es mit einem proffessionellen und einem zumindest qualifizierten Jäger zu tun). Mitten in der Nacht verlässt der Wachposten seinen Platz, was unverzüglich einen Angriff des Tieres zur Folge hat. Gefühlte 2 Sekunden nachdem vor rutschigem Boden gewarnt wurde, stürtzt eine der Frauen einen Abhang hinunter um sich am Bein zu verletzen. Nachdem sie Schüsse im dunklen Wald gehört haben, lassen die Kerle ihre Begleiterinnen (eine taubstumm, die andere praktisch bewegungsunfähig) allein und unbewaffnet am Lagerfeuer zurück etc.

Das Zeug zu einem Klassiker hat der Streifen nicht, dafür fehlt es einfach an Originalität; ein wenig Selbstironie hätte auch nicht geschadet. Unterhaltsam ist er aber trotzdem und im Vergleich zu dem absurden Mist, der das Tierhorrorgenre zuletzt in Verruf gebracht hat, geradezu ein Leckerbissen.

Filmreview von: Bad Moon

Trailer zum Film

Deutsche Veröffentlichung

Erschienen bei Splendid Film auf DVD und Blu-ray. Neuauflage unter dem Titel "Last Frontier".

Filmbewertung

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Red Machine - Hunt or Be Hunted (Kanada, USA, 2014)

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