Junoon

Originaltitel: Junoon
Alternativtitel: Obsession
Herstellungsland: Indien
Erscheinungsjahr:  1992
Regie: Mahesh Bhatt

Darsteller

Figur

Tom Alter  Harry
Rakesh Bedi  Himanshu
Pooja Bhatt  Dr. Nita Chauhan
K.D. Chandran  Nita's dad
Avtar Gill  Inspector Sudhir Pai
Mushtaq Khan  Adivasi Bheema
Shubha Khote  Nitas Mutter
Roma Manik  Vickys Tanzpartnerin
Bhushan Patel  Arun
  
Subgenre: Katzen, Werwölfe
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Inhalt

Vicky und sein Freund Arun sind auf dem Weg zu einem nächtlichen Jagdausflug in den Dschungel. An einer Raststätte werden sie von Einheimischen gewarnt, nicht in den Wald zu gehen, da dort in Vollmondnächten ein verfluchter Tiger sein Unwesen treiben soll. Für solch lächerlichen Aberglauben haben die beiden nur ein müdes Lächeln übrig und machen sich auf den Weg. Sie stoßen auf eine Tempelruine und finden eine in die Wand gemeißelte Inschrift, die von einem Herrscher erzählt, der wegen seiner Unfruchtbarkeit einen dämonischen Pakt einging. Der Preis dafür war, dass er sich in Vollmondnächten um Mitternacht in einen blutrünstigen Tiger verwandelte. Sollte er in in Tigergestalt von jemandem erlegt werden, ging der Fluch auf denjenigen über, wie auch auf jeden, der vom Tiger verletzt aber nicht getötet würde. Arun hat es mit der Angst zu tun bekommen, aber Vicky ist überzeugt, dass das nur eine dumme, alte Legende ist. Wie um das Gegenteil zu beweisen, taucht ein Tiger auf und greift die Zwei an ...
Als Vicky wieder zu Bewusstsein kommt, liegt er im Krankenhaus. Er erfährt, dass Arun getötet wurde und er selber schwer verletzt war. Die junge Ärztin Nita kümmert sich intensiv um ihn, und als er aus dem Krankenhaus entlassen wird, sucht er sie bei ihren Eltern auf, um ihr einen Antrag zu machen. Insbesondere Nitas Mutter ist von dem jungen Mann begeistert, zumal er eine gute Partie darstellt aber Nita ist bereits mit dem (mittellosen) Musiker Ravi zusammen und erteilt Vicky eine Absage.
Derweil rückt die nächste Vollmondnacht immer näher ...

Kommentar

Dass indische Filmemacher sich gerne mal von international erfolgreichen Vorbildern "inspirieren" lassen, kennen wir ja mittlerweile. Hier wird nun American Werewolf in London zu An Indian Weretiger in Bollywood verwurstet. Zunächst bleibt man relativ dicht am Original, zum Ende hin nimmt die Handlung dann aber einen anderen Verlauf.
Unglücklicherweise konnte ich keine Fassung des Films mit Untertiteln auftreiben, somit habe ich nur wenige Bruchstücke der Dialoge verstanden und mir sind mit Sicherheit einige Feinheiten des Plots entgangen. Der Einfachheit halber werde ich das Original zum direkten Vergleich heranziehen.
Die Charakterte sind etwas anders angelegt. Wo David, dem klassischen Werwolf entsprechend, ein (überwiegend ahnungsloses) Opfer einer unkontrollierbaren, übernatürlichen Kraft war, was dem Ende eine tragische Note hinzufügte, wird Vicky auch in menschlicher Gestalt als skrupellos und bösartig dargestellt. Leider wird nicht ganz klar, ob das ausschließlich eine Folge des Fluches ist, oder ob er schon vorher kein Gewissen hatte. Die Figur der Alex im Vorbild war schon nicht besonders tiefgründig aber durchaus sympathisch, Nita dagegen, anfangs noch modern und halbwegs emanzipiert eingestellt, verwandelt sich plötzlich in ein demütiges Heimchen, das eher dem typischen weiblichen Horrorklischee-Typ entspricht. Erst am Ende rappelt sie sich nochmal auf, um aktiv zu werden. Unsere Sympathie gehört somit klar Nitas Freund Ravi, der, nachdem er von Vicky in fiesester Weise ausgebootet wurde, am Schluss heldenhaft das Böse besiegt.
Seltsamerweise wird die Geschichte sehr viel ernsthafter erzählt, dabei ist das Hindi-Kino eigentlich bekannt dafür, die Genres durcheinander zu mixen und es auch gern mal mit der Comedy zu übertreiben. Hier kommt der Humor offenbar nur von Ravis Mitbewohner Himanshu, der aber bestenfalls eine Sidekick-Rolle spielt.
Das Finale hat nichts mehr mit dem Piccadilly Circus-Massaker gemein. Die drei Protagonisten finden sich zum Showdown in einer abgelegenen Berghöhle ein, wo Nita und Ravi aus einer ganzen Reihe von altertümlichen Dolchen den einen magischen finden müssen, mit dem Vicky getötet werden könnte (Indiana Jones vs. Das Omen?).
Der Streifen ist deutlich unblutiger als der Prototyp und hat insgesamt weniger Spezialeffekte. Der tote Arun erscheint nur ein einziges Mal, als Vicky noch im Krankenhaus liegt, wogegen Jack mehrmals, in verschiedenen Stadien der Verwesung auftauchte. Der Bodycount ist viel niedriger, obwohl Vicky sogar in menschlicher Gestalt zwei Morde begeht. Die Verwandlung ist nicht so detailiert und auch technisch schwächer, wäre aber akzeptabel, legt man zugrunde, dass wir es hier, auch nach indischen Maßstäben, nicht mit einer Big-Budget Produktion zu tun haben. Andererseits liegen über 10 Jahre zwischen beiden Filmen, als Aushängeschild kann man die Sequenz also wirklich nicht bezeichnen. In der Übergangsphase vom Mensch zum Tier sieht Rahul Roy (gewann 2006 die erste Staffel vom indischen Promi-Big Brother) in seiner Plüschmaske eher kuschelig als bedrohlich aus. Der Tiger ist ein dressiertes Zirkustier, sicher die bessere Wahl, ein kostümierter Mensch oder ein animatronisches Modell wären garantiert schlechter weggekommen, allerdings ist er nie mit den Darstellern in einer Einstellung zu sehen.

Heutzutage (und mit meinem westlich orientierten kulturellen Hintergrund) kann der Film als eigenständiges Werk nicht überzeugen; mit dem Wissen um die Inspirationsquelle aber durchaus eine nette Kuriosität. Beinharte Fans des Gestaltenwandler-Subgenres können einen Blick riskieren, wenn sie die Nervenstärke haben auch die (hier zum Teil arg schmalzigen) Gesangs- & Tanzeinlagen durchzustehen.

Filmreview von: Bad Moon

Trailer zum Film

Deutsche Veröffentlichung

Der Film ist auf DVD bei T-Serirs im Originalton ohne Untertitel erschienen.

Filmbewertung

Unser Gesamteindruck:
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