Um ihrer Konkurrentin, der Kastagnettentänzerin Clo-Clo, die Show zu stehlen, lässt sich Kiki von Ihrem Manager Jerry überreden, mit einem zahmen, schwarzen Leoparden im Nachtclub zu erscheinen. Von der verärgerten Clo-Clo erschreckt, reißt das Tier sich los und flüchtet in die Dunkelheit.
Die junge Theresa wird von ihrer Mutter losgeschickt, um noch Lebensmittel zu besorgen, bevor der Vater von der Arbeit kommt. Theresa, die sich insgeheim im Dunklen fürchtet, hat von der entlaufenen Raubkatze gehört und will nicht gehen, doch ihre Mutter lässt keine Ausrede gelten. Da der nahegelegene Laden schon geschlossen hat und die Inhaberin sich weigert nochmal zu öffnen, muss sie durch den kleinen Tunnel unter der Eisenbahnbrücke laufen, um zum nächsten Geschäft zu kommen. Als sie sich mit ihren Einkäufen auf den Heimweg macht, begegnet sie dem Leoparden, der, aufgeschreckt von den lärmenden Suchtrupps der Polizei, auf die junge Frau losgeht ...
Jerry und Kiki machen sich Vorwürfe wegen Theresas Tod. Kiki lässt der Familie etwas Geld für die Begräbniskosten zukommen und Jerry beteiligt sich an der Suche nach dem Leoparden. Er nimmt Kontakt zu Dr. Galbraith auf, einem ehemaligen Zoologen, der nun als Kurator im örtlichen Museum arbeitet, um mit ihm über das Verhalten des Tieres zu sprechen.
Doch schon kommt es zu einem weiteren Todesfall. Consuelo Contreras wollte Blumen zum Grab ihres Vaters bringen und sich bei der Gelegenheit mit ihrem Freund Raoul treffen. Unglücklicherweise hatten sich die beiden verpasst und Consuelo wurde versehentlich auf dem Friedhofsgelände eingeschlossen. Jerry kommen die Umstände seltsam vor; er glaubt, dass ein Mensch die junge Frau auf dem Gewissen hat und es wie die Tat des Leoparden aussehen ließ.
Die Polizei und Dr. Galbraith halten diese Theorie für unglaubwürdig, doch nachdem auch Clo-Clo getötet wurde, schmiedet Jerry einen Plan, dem Killer eine Falle zu stellen. Er überredet Raoul zur Mithilfe und Kiki soll den Lockvogel spielen ...
Kommentar
"The Leopard Man" war der dritte von elf knapp budgetierten Filmen, die Val Lewton für das Studio RKO produzierte. Vorangegangen waren Katzenmenschen und Ich folgte einem Zombie, die beide kommerziell sehr erfolgreich waren. Regie führte hier zum letzten Mal Jacques Tourneur (Der Fluch des Dämonen), der in der Folge teurere Filme zugeteilt bekam. Bei den meisten der übrigen Filme führte Mark Robson (Erdbeben) Regie, der für den Schnitt der ersten drei zuständig war.
Das Drehbuch basiert auf dem Roman "Schwarzes Alibi" von Cornell Woolrich (Das Fenster zum Hof, Die Braut trug schwarz) und nimmt ein paar Änderungen vor, so ist die Tänzerin im Buch eine Prostituierte und der Täter ist hier anders charakterisiert, was aber nicht weiter ins Gewicht fällt. Übernommen wurde die episodenhafte Struktur der Vorlage, die viele Jahre später durch die italienischen Gialli (s.a. Blutige Seide, Im Blutrausch des Satans) als festes Stilmittel des Slasher-Subgenres etabliert wurde. Doch anders als bei letztgenannten, die häufig auf blutige Effekte setzen, geschehen die Morde hier im Off. Der Aufbau, die Einstimmung des Zuschauers auf das kommende Unheil stehen im Vordergrund. Jedes Mal folgen wir zunächst Clo-Clo, deren hellseherische Freundin ihr immer wieder das unglückverheißende Pik-As aufdeckt, durch die Straßen. Am ersten Abend begrüßt sie auf dem Heimweg Theresa, die kurz darauf von ihrer eigenen Mutter ins Verderben geschickt wird (zweifellos die intensivste Szene des gesamten Films), am zweiten Tag bekommt sie vom Hausmädchen der Familie Contreras eine der Blumen geschenkt, die Consuelo am Grab ihres Vaters niederlegen will um dann selber den Friedhof nicht mehr lebend zu verlassen. In der dritten Nacht, nachdem sie bereits sicher zuhause angekommen war, geht sie nochmal hinaus, weil sie unterwegs das großzügige Geldgeschenk eines Gastes verloren hat und verliert dadurch auch noch ihr Leben. Diese drei Sequenzen wurden ebenfalls, beinahe buchstabengetreu, der Vorlage entnommen, in der es aber noch einen weiteren tödlichen und einen glimpflichen Angriff gibt.
Der Showdown ist recht kurz geraten (wie der gesamte Film, mit seiner Laufzeit von gerade mal 66 Min.) und endet abrupt. Der Täter ist, aus heutiger Sicht, schon frühzeitig zu identifizieren und sein hastiges Geständnis, dass ein begreifbares Motiv für seine Taten vermissen lässt, nimmt spätere Serienkiller (reale wie fiktive), die aus nichtigen oder unverständlichen Gründen aktiv werden, vorweg.
Der Film konnte den Erfolg seiner beiden Vorgänger (die heute als wegweisende Klassiker gelten) nicht wiederholen und wäre vermutlich komplett in Vergessenheit geraten, wenn er nicht von demselben Team gedreht worden wäre. Das ist allerdings sehr schade, denn er ist nicht nur sehr atmosphärisch und stellenweise unheimlich spannend, sondern gibt, mit seiner ungewöhnlichen Erzählweise, der damals noch nicht etablierten Thematik des triebgesteuerten Serienmörders und der Verknüpfung von Krimihandlung mit Horrorelementen einen Vorgeschmack auf modernere Genrebeiträge. Im wörtlichen wie auch im übertragenen Sinn, herrlich düster.
Filmreview von: Bad Moon
Trailer zum Film
Deutsche Veröffentlichung
Der Film wurde im deutschsprachigen Raum nicht veröffentlicht, ist aber problemlos als Import aus dem europäischen Ausland zu bekommen. In USA ist er bei Warner in der Val Lewton Horror Collection, zusammen mit 8 weiteren Filmen auf DVD erschienen.
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