John Hammonds Traum ist Realität: Der Jurassic Park auf Isla Nublar ist eröffnet und in Betrieb. Begeisterte Besucherströme gehen hier mit sanften Pflanzenfressern auf Tuchfühlung, bewundert den gigantischen Mosasaurus, wie er einen Weißen Hai snackt oder genießen den Nervenkitzel der Raptorenbeobachtung. Doch Dinosaurier allein sind längst nicht mehr eine so große Attraktion wie zu Eröffnungszeiten. Immer neue Publikumsmagnete müssen her. Unter der Leitung von Claire Dearing entsteht in den Genetiklaboren des Parks ein gänzlich neuer Dino: Indominus Rex, größer, intelligenter und furchteinflößender als alle Dinosaurier vor ihr. Raptorentrainer Owen Grady ist skeptisch - wie sich herausstellt, zu Recht ...
Kommentar
Lange, lange mussten die Dinofans auf diesen Film warten: Seit Jurassic Park III im Jahr 2001 über die Kinoleinwände flimmerte, vergingen nicht nur 14 Jahre, sondern es gab in der Zwischenzeit auch zahlreiche Gerüchte über eine baldige weitere Fortsetzung, die sich jedoch immer wieder als Fehlalarm herausstellten oder auf unbestimmte Zeit verschoben wurden. Nun ist es endlich so weit und "Jurassic World" legte einen finanziell unglaublich erfolgreichen Start hin - das höchste weltweite Eröffnungseinspielergebnis bislang; innerhalb eines einzigen Wochenendes spielte das 150 Millionen Dollar teure Spektakel bereits über 500 Millionen Dollar ein. Auch in IMAX-Kinos brach der Film zahlreiche Rekorde.
Wird der Film diesem Hype auch gerecht? Das ist nicht so leicht zu beantworten. Für mich persönlich lag die Messlatte des Originals "Jurassic Park" in unerreichbarer Höhe, denn diesen Film zähle ich wirklich zu den besten, die ich je gesehen habe. Seine Fortsetzungen reichten schon nicht annähernd an die Spannung und den Charme des ersten Teils heran.
Skeptische Stimmen gab es zu der Idee, einen genmanipulierten Superdino zu präsentieren. Gut - auch ich fand das gewöhnungsbedürftig. Allerdings muss ich, die ich sowohl Crichtons Buchvorlage "Dino Park" als auch die Fortsetzung "Vergessene Welt" gelesen habe, anmerken, dass das perfekt kommerzialisierte Amüsiergehege, das Jurassic World ist, und auch die Vorstellung, die Dinos müssten genetisch verändert werden, da die Leute gar nicht die "echten" Dinos sehen wollten, sondern Tiere, die ihre Erwartungen erfüllen, tatsächlich ziemlich genau der Buchvorlage entsprechen. Hier ist John Hammond nämlich nicht der etwas naive Opa, der die Welt begeistern will, sondern ein ziemlich gewissenloser Geschäftsmann. Und Chefgenetiker Dr. Henry Wu, dessen Darsteller B.D. Wong übrigens zur Freude vieler Fans im Cast wiederkehrt, musste in der Tat im "ursprünglichen" Jurassic Park schon die Raptoren Hammonds Wünschen anpassen. Genetisches Rumgespiele zu Gunsten des Massengeschmacks ist also nicht etwa dem Geiste des Jurassic Park widersprechend.
Mit dieser Argumentation lässt sich vielleicht auch verschmerzen, dass die Raptoren die inzwischen als wissenschaftlich bewiesen geltende Befiederung vermissen lassen. Allerdings stelle ich sie mir damit auch weniger cool vor... denkbar also, dass die Jurassic World-Genetiker sie einfach weggebastelt haben, hüstel... zumindest hat es meinen Geschmack eher getroffen als die sowohl inakkurate als auch lächerlich aussehende Irokesenbefiederung aus Teil III, und überhaupt wurden die Raptoren schon im ersten Teil drastisch vergrößert, um mehr herzumachen. Da finde ich schon störender, dass hier mal wieder mit Stöckelschuhen im Turbogang durch die Gegend gewetzt wird ...
Tatsächlich war ich überrascht, wie gut mir der Film gefallen hat. Insgesamt wird rasch Spannung aufgebaut und die Handlung schreitet in flottem Tempo, aber ausführlich genug voran. Die Darsteller haben mir gut gefallen, besonders Chris Pratt in der Hauptrolle, der kürzlich in "Guardians of the Galaxy" positiv aufgefallen war und einen etwas abgerissen-coolen Charme versprüht. Die Kinder fand ich nicht nervig, sondern ganz sympatisch, besonders den kleineren der Brüder. Seine Begeisterung ist ansteckend und abgesehen von der unvermeidlichen Katastrophe hätte ich es definitiv genauso wenig erwarten können, die Attraktion zu besuchen! Das Disney-World-Feeling kommt absolut authentisch rüber - es ist ein Park, wie ihn sich John Hammond gewünscht hat. Besonders John Hammond aus dem Buch.
Die wahren Stars sind natürlich die Dinos, die gut gelungen sind, auch wenn ich einen höheren Animatronic-Anteil anstatt Computeranimation zuweilen bevorzugt hätte.
Besonders schön finde ich die vielen Anspielungen auf den alten Jurassic Park - vom Original-T-Shirt von Ebay bis zu szenischen Zitaten. Die Filmmusik ist gelungen, auch wenn das Originaltheme ruhig öfters hätte erklingen dürfen :-)
Geil, geil, geil! Besser kann ich diesen Film nicht beschreiben. Als absoluter Saurier- und Jurassic Park Fan hat mich nun auch der 4. Teil mehr als begeistert. Spannung zum Fingernägel abkauen!! Szenen wo mir vor Staunen wieder die Kinnlade runter klappte. Die Effekte vom Allerfeinsten. Wie immer. Aber zum ersten Mal musste ich mich diesmal nicht wegen irgendetwas ärgern, nichts nervte wie etwa die Kinder aus dem ersten Teil, die Tochter aus dem zweiten oder die Frau aus dem dritten. Hier sind alle Charaktere o.k., allen voran der sympathische Chris Pratt. Einzig der Schluss war ein klein wenig zu schnell, dafür wurde man allerdings mit einem gewaltigen und dramatischen Finalkampf belohnt mit Gänsehautfaktor. Mutiger, kleiner, einsamer Raptor...
Der nun vierte Teil der Jurassic-Park-Filmreihe bietet bestes Popcorn-Kino! Spannende Szenen und einige geschickte Anspielungen auf die Vorgängerfilme, sowie ein sympathischer Hauptdarrsteller und wilde Urzeitechsen bieten gute Unterhaltung. Allerdings hätte ich mich über einen Cameoauftritt von Sam Neill, Jeff Goldblum oder Richard Attenborough sehr gefreut. Auch die Tatsache, dass Owen in der Lage war, die Raptoren zu kontrollieren, war etwas unglaubwürdig.
Abgesehen davon war der Film aber keineswegs eine Enttäuschung und hat mächtig Laune gemacht!
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