Der kleine Bär Youk verliert seine Mutter, als diese während eines Erdrutsches bei der Honigsuche erschlagen wird. Verzweifelt und in ständiger Gefahr versucht er, sich durchzuschlagen, und schließlich trifft er auf den ausgewachsenen Kodiakbären Kaar, bei dem er versucht, Anschluss zu finden.
Kaar wurde von den beiden Jägern Bill und Tom angeschossen und nachdem er Youk anfänglich unwirsch zu vertreiben versucht, nähern sich die beiden Tiere dann doch an und Kaar beschützt den kleinen Waisen.
Weil Kaar nach seiner Verletzung das Lager der Jäger angegriffen und einige Pferde tödlich verletzt hatte, planen die beiden Jäger mit Hilfe eines Kollegen und dessen Hunden, den Kodiak zu verfolgen und zu töten ...
Kommentar
Der Film unter der Regie von Jean-Jacques Annaud ("Der Name der Rose", "Sieben Jahre in Tibet") kommt fast ohne Dialoge aus. Dennoch versteht man eigentlich immer, was in den Köpfen der beiden tierischen Protagonisten vorgeht. Youk wurde mit einigen freudigen oder traurigen Lautäußerungen synchronisiert, was in meinen Augen überflüssig war.
Auch die Menschen wechseln nicht viele Worte. Für mein Empfinden erhält der Film dadurch einen melancholischen Touch, wirkt aber aus dem gleichen Grund auch nicht überladen oder hektisch.
Einige Traumsequenzen des kleinen Bären sind ziemlich psychedelisch mit Hilfe von Puppen und Trickelementen inszeniert, so zum Beispiel eine Halluzination nach dem Genuss des giftigen Fliegenpilzes. Diese Szenen sind geradezu etwas unheimlich geraten.
Die Stars sind natürlich die beiden Bären, deren Training mehrere Jahre in Anspruch nahm.
"Der Bär" ist dabei eigentlich kein Familienunterhaltungsfilm, dafür ist er zu düster geraten. Humorvolle Szenen gibt es auch, doch sie sind in der Minderzahl, und die meisten Szenen wirken eher bedrohlich oder traurig. Die Menschen werden besonders zu Beginn als zerstörerisch und respektlos dargestellt, was sich allerdings zum Ende hin etwas relativiert. Die Altersfreigabe ab sechs finde ich zu niedrig angesichts der sehr realistischen Wunden und Tiertötungen.
Allerdings stellt er eine schöne Mischung dar aus Tier- und Abenteuerfilm und Drama. Die eindrucksvolle Kulisse der Dolomiten sorgt für wilde, abenteuerliche Atmosphäre.
Übrigens erinnert die Geschichte des verwaisten Bärenjungen, der zunächst vergeblich, dann erfolgreich versucht, bei einem erwachsenen Bären Anschluss zu finden und anschließend von menschlichen Jägern verfolgt wird, an die Geschichte des Disney-Films "Bärenbrüder", der sich möglicherweise von "Der Bär" ein wenig inspirieren ließ (allerdings auch große Abweichungen in Stil und Handlung aufweist).
Fazit: Recht dunkles und etwas melancholisches Tier-Abenteuerdrama, das auf Dialoge zu Gunsten der tierischen Darsteller weitgehend verzichtet.
Filmreview von: Gruselmonster
Trailer zum Film
Deutsche Veröffentlichung
Der Film ist bei Universum Film auf DVD und Blu-ray erschienen.
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